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Liebes Skipperteam,

eine phantastische Woche Powertörn durch die Belte und das Kattegat liegt hinter uns. Das erste mal in meinem Leben per reiner Kojencharter unterwegs mit völlig unbekannter Crew und Skipper war ich mit durchaus gemischten Gefühlen nach Flensburg angereist. Eine Skepsis die sofort verflog als wir beim Abendessen alle schnell einig darüber waren, dass wir zügig nach Norden wollten und dass Motoren grundsätzlich keine gute Alternative zum Segeln ist. Die erste Nachtfahrt war damit schon mal besiegelt und das gesteckte Ziel hieß Skagen in einem Schlag. Irgendwo in der Mitte des Kattegat versagte uns dann allerdings der Wind seinen Dienst, so dass wir uns stattdessen lieber entschieden, Anholt anzupeilen wo wir irgendwann mitten in der Nacht in einen völlig leer gefegten Hafen einliefen. In der Saison wäre das mit einem fast 48ft Schiff bei dem üblichen Andrang auf der Insel sicher nicht so einfach möglich gewesen.
An den Nachtfahrten und insbesondere an der Navigation im Dunkeln fanden wir alle schnell unseren Gefallen. Dazu beigesteuert hat sicher auch die Tatsache, dass die einzige sich an Bord befindliche Plotterkarte die von Südamerika war. Wir waren also „gezwungen" echte Kartenarbeit zu machen, was einem schnell verloren geht wenn, wie bei fast allen Schiffen heutzutage, an jeder Ecke ein Kartenplotter flimmert und man wie im Auto nur noch nach Display steuert. Von den Nachtfahrten konnten wir jedenfalls nicht lassen und so schlich sich auf der weiteren Fahrt ein für Segler eher untypischer Rhythmus ein: Im Hafen erst einmal gründlich ausschlafen, beim Bäcker Rundstücke holen und dann ausgiebig in geselliger Runde Brunchen. Vor dem Mittag sind wir eigentlich nie in See gestochen und es gab außer Flensburg keinen Hafen, den wir bei Tageslicht angelaufen sind. Belohnt wurden wir dafür mit herrlichen Sonnenunter- und Mondaufgängen auf See, mit Passagen mal ohne ein einziges Schiff in Sichtweite, eingelullt von völliger Dunkelheit, mal mit dem funkelnden Lindwurm des Verkehrstrennungsgebietes oder mit Passagen durch die enge Inselwelt der Dänischen Südsee, wo abgesehen von den Sternschnuppen immer mindestens zwei Sektorenfeuer, ein paar blinkende Untiefen und so einige unbeleuchtete Tonnen gleichzeitig im Blick behalten werden wollten.
Ein großes Lob gilt dabei unserem Skipper Jörg Sasse, der gleich am ersten Tag das Vertrauen zu uns hatte, mit uns im Dunkeln den kleinen Belt zu durchsegeln. Mit seiner ruhigen und unaufdringlichen Art hat er jederzeit alles im Blick gehabt, hat uns aber immer selber machen lassen, so dass wir schnell ein richtig tolles und eingespieltes Team wurden in dem jeder Verantwortung übernehmen konnte.
Mir hat diese Woche sehr viel Freude bereitet und ich habe gelernt, dass Kojencharter mit dem richtigen Skipper und den richtigen Mitseglern eine echte Alternative zum Chartern darstellt. Man lernt tolle neue Menschen kennen und es ist einfach sehr viel flexibler als selbst zu chartern und immer eine Crew zusammentrommeln zu müssen.
Wäre für die stürmisch angesagte nächste Woche noch eine Koje frei gewesen, ich hätte wohl noch eine Woche Urlaub eingereicht und meinen Seesack wieder ausgepackt.

Vielen Dank an Jörg, an meine Mitsegler und an das Skipperteam für diesen rundum gelungenen Ostsee-Törn,
Christian